3D-Wissen: Alles zum Thema 3D

> Shuttertechnik: Drei Dimensionen in Film und Spiel

Die Shuttertechnik ist die einzige momentan verfügbare, deren Brillen als “aktiv” bezeichnet werden. Anders als bei den meisten Verfahren zur Darstellung eines dreidimensionalen Bildes, vertrauen die Nutzer der Shuttertechnik keineswegs auf physikalische Gesetzgebungen, um die Teilbilder zu verschlüsseln. Stattdessen werden die beiden stereoskopischen Bilder nacheinander auf die Leinwand projiziert und eine dazu synchrone Brille gewährt nur dem entsprechenden Auge einen Blick auf das Bild. Dieses Verfahren ist sehr einfach aber dennoch mit einem enormen Aufwand verbunden. Um zu vermeiden, dass das gezeigte Bild von beiden Augen wahrgenommen wird, muss dem “falschen” die Sicht versperrt werden. Hierzu vertrauen die Betreiber auf spezielle Brillen, welche mit LCD-Plättchen versehen sind. Diese elektronischen Gerätschaften sind über Infrarot mit dem Projektor verbunden, sodass synchron dazu, das richtige Auge verdunkelt wird.

Komplexe Technik mit einfachem Prinzip

Das Prinzip hinter der Shuttertechnik ist sehr einfach und basiert auf den ersten Erkenntnissen des stereoskopischen Wahrnehmens. Jedem Auge muss ein Bild gezeigt werden, welches sich in minimalen Details von dem des anderen Auges unterscheidet. Das Zusammensetzen der Teilbilder im Gehirn erzeugt ein scheinbar dreidimensionales Bild, welches selbstverständlich eigentlich nur zweidimensional ist. Während viele der gängigen Verfahren darauf vertrauen, die Teilbilder durch physikalische Gesetzmäßigkeiten zu verschlüsseln, bleibt die Shuttertechnik ganz schlicht. Für sie wird lediglich sehr schnelle und somit fortschrittliche Technik benötigt.

Grundsätzlich besteht der Vorteil, dass im Kino lediglich ein Projektor benötigt wird. Allerdings muss es ein spezielles Gerät sein, welches nicht nur eine sehr hohe Bildwiederholungsrate bietet, sondern auch mit einem Sender für das Synchronisationssignal ausgestattet ist. Dafür werden Kosten bezüglich der Leinwand gespart, da eine gewöhnliche genutzt werden kann. Im Einsatz trägt das Publikum die sehr teuren Shutterbrillen, während der Film über den Projektor gezeigt wird. Dieser zeigt nacheinander die Teilbilder mit einer sehr hohen Wiederholungsfrequenz von mindestens 60 Hz pro Seite. Mit derselben Geschwindigkeit werden auch die Brillengläser der Betrachter verdunkelt. Dies erfolgt so schnell, dass es durch den Menschen nicht wahrgenommen wird, er sieht stattdessen das gezeigte Bild als dreidimensionale Darstellung. In den meisten Einrichtungen wird dieses Verfahren unter dem Markennamen “XpanD 3D” angeboten.

3D für Fernsehen und Spiele

Nicht nur im Kino findet diese Technik Anwendung. Inzwischen wurden bereits zahlreiche Fernseher entwickelt, welche ebenfalls Shuttertechnik unterstützen. Vor allem LG Electronics ist für entsprechende Produkte bekannt. Die Anschaffung ist jedoch meist sehr teuer. Des Weiteren hat sich auch der Grafikkarten-Entwickler NVIDIA mit der Thematik beschäftigt und entsprechende Technik für moderne Computer veröffentlicht. Allerdings wird ein entsprechend hochfrequenter Monitor benötigt, der mindestens 120 Hz besitzt. Auch wenn die Technik faszinierend und verlockend ist, verzichten viele wegen der hohen Anschaffungskosten auf diese. Des Weiteren ist ein großer Nachteil für die Betrachter sowohl im Kino als auch im eigenen Heim, das Gewicht der Brille. Mit mehr als 70 Gramm empfinden sie viele als störend. Wegen der hohen Kosten, werden sie in Kinos auch nur verliehen.