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> Polarisationsverfahren: Erzeugung einer dreidimensionalen Wirkung durch Polarisation

Das Polarisationsverfahren zur Erzeugung von Bildern mit dreidimensionaler Wirkung ist bereits in den 1950er-Jahren verwendet worden. Damals war es noch die vorherrschende Variante, bis die Kinobetreiber feststellten, dass sie sehr viel teurer ist. Um ihren Gewinn zu maximieren entschieden sich die meisten Konzerne für die Nutzung des Farbanaglyphen-Systems. Seit 2010 gewinnt das Polarisationsverfahren wieder an Beliebtheit und wird dank einfacher Aufrüstungsmöglichkeiten auch in einfachen 2D-Kinos eingesetzt.

Wie auch bei der Farbanaglyphe, werden auch bei diesem Verfahren zwei Bilder genutzt. Anstatt diese jedoch einzufärben, werden sie mit polarisiertem Licht ausgestrahlt. In Einrichtungen mit einer Aufprojektion, wo sich Betrachter und Projektor auf derselben Leinwandseite befinden, ist diese in der Regel silberbeschichtet. Dies ist notwendig, damit das polarisierte Licht reflektiert wird. In einigen Kinos wird jedoch auch noch die Rückprojektion verwendet, bei welcher der Projektor auf der Rückseite der Leinwand steht. Diese muss dementsprechend so ausgestattet sein, dass das polarisierte Licht durchgelassen wird.

Die Funktionsweise

Für dieses Verfahren können zwei verschiedene Projektoren verwendet werden, durch welche die Kosten für die Einrichtung entsprechend hoch sind. Es ist jedoch auch möglich, nur einen Projektor zu verwenden und entsprechende Filter mit wechselnder Polarisation aufzusetzen. Dieser sorgt für eine abwechselnde Projektion der Bilder, sodass letztlich beide Bilder in unterschiedlicher Polarisation auf die Leinwand treffen. Ebenfalls möglich ist die Verwendung von 4K-Projektoren, welche die Teilbilder durch einen Strahlenteiler auftrennen und entsprechend wiedergeben.

Ein Gesamtbild, welches mit polarisiertem Licht erzeugt wird, kann auch ohne Brille betrachtet werden. Es wirkt lediglich etwas ungewohnt, teilweise sind die Kontraste und Farben verstärkt und in einigen Fällen wirkt das Bild auch leicht unscharf. Dennoch ist die Betrachtung eines vollwertigen Bildes möglich. Um den dreidimensionalen Effekt zu erkennen, wird jedoch eine entsprechende 3D-Brille benötigt. Diese sind in der Regel aus Kunststoff und werden von den Kinos als Einwegbrille herausgegeben. Zwar scheinen die Brillengläser identisch zu sein, doch tatsächlich sind dies ebenfalls Polarisationsfilter, welche unterschiedlich ausgerichtet sind. Sie lassen nur das Licht durch, welches entsprechend polarisiert ist, wodurch jedes Auge wiederum nur ein Bild wahrnimmt. Wie beim Farbanaglyphen-Verfahren wird das Gesamtbild auch erst im Kleinhirn zusammengesetzt. Das Polarisationsverfahren existiert in unterschiedlichen Ausführungen und wird inzwischen von den meisten Unternehmen verwendet. Verschiedene Varianten werden beispielsweise unter den Namen RealD und IMAX publiziert.