3D-Wissen: Alles zum Thema 3D

> Interferenzfiltertechnik: Erzeugung eines dreidimensionalen Effekts mithilfe von Interferenzfiltern

Nachdem die lineare Polarisation als Mittel der dreidimensionalen Darstellung in der Kinobranche eingeführt und vor allem von IMAX vermarktet wurde, gab es mehrere Ansätze wie die Makel dieser Technik verhindert werden können. Neben der zirkularen Polarisation des Lichts, wurde von der InFiTec GmbH für DaimlerChrysler noch ein anderes System entwickelt. Doch auch das Unternehmen Dolby Inc. verwendet die Technik unter dem Namen Dolby 3D. Es werden spezielle Interferenzfilter verwendet, welche mit den projizierten Bildern korrespondieren. Die Teilbilder werden mithilfe von speziellen Metamerie-Verfahren so ausgestrahlt, dass das Zusammenspiel der entsprechenden Wellenlängen für den erwünschten Farbeffekt sorgt. Das System hat einige Vorteile, bringt jedoch partiell negative Aspekte ein.

Die Funktionsweise

Jede Technik, die verwendet wird, um ein dreidimensional wirkendes Bild zu erzeugen, nutzt das natürliche stereoskopische Sehen des Menschen aus. Auch die Interferenzfiltertechnik ist keine Ausnahme. Sie bewegt sich sogar sehr nahe an dem bekanntesten Verfahren, des Farbanaglyphensystems. Wie bei diesem, werden die Teilbilder in gewisser Weise eingefärbt. Doch anstatt einer sichtbaren Färbung wird eine minimale Verschiebung der Wellenlänge genutzt. Die Metamerie besagt, dass jeder Farbeindruck durch die Kombination verschiedener Wellenlängen erzeugt werden kann. Für die Interferenzfiltertechnik wird dieses Wissen ausgenutzt. Beide Teilbilder werden mit Grundfarben unterschiedlicher Wellenlängen ausgestrahlt; das Auge erkennt sie somit als denselben Farbeindruck. Dennoch werden sie als getrennte Elemente wahrgenommen und erst im Gehirn wird es zu einem Gesamtbild zusammengesetzt. Dadurch wirkt das Bild dreidimensional.

Die Kanaltrennung für den Betrachter erfolgt mit einer speziellen Brille. Sie ist mit scharfen Interferenzfiltern ausgestattet. Diese filtern beim Betrachten des Films die passenden Wellenlängen heraus. Jedes Teilbild wird auf drei Wellenlängen ausgestrahlt, welche den Farben Rot, Grün und Blau entsprechen. Die entsprechende Kombination sorgt für den korrekten Farbeindruck. Durch die Filter werden alle Wellenlängen herausgefiltert, bis auf die, welche durchdringen sollen. Da jedes Auge mit einem anders ausgerichteten Interferenzfilter ausgestattet ist, erfolgt die problemlose Trennung der Teilbilder.

Vor- & Nachteile

Dolby übernahm dieses Verfahren nicht grundlos. Es birgt viele Vorteile gegenüber dem damals gängigen linearen Polarisierungsverfahren. Eines ist, dass der Kopf beliebig geneigt werden kann, ohne dass das Bild verfälscht wird. Weiterhin muss keine teure Silberleinwand erworben werden, was auch bei der ebenso angenehmen zirkularen Polarisation nötig ist. Allerdings ist auch diese Technik nicht perfekt und besitzt einige Makel. Die Einrichtung des notwendigen Farb-Rads bringt jedoch ebenfalls entsprechende Kosten mit sich. Ebenso die Brillen, welche wegen ihres enormen Preises von den meisten Einrichtungen nur verliehen werden. Nach Gebrauch werden sie durch das Kinopersonal gereinigt und wieder verwendet. Aber auch die Technik der Brillen ist nicht perfekt. Die Interferenzfilter unterstützen zwar eine beliebige Neigung des Kopfes, allerdings sind sie Winkel abhängig. Wenn der Betrachter nicht durch die Mitte der Linse schaut, können sich die Farben vermischen.