3D-Wissen: Alles zum Thema 3D

> Ein dreidimensionaler Eindruck durch Nuoptix

Das Nuoptix-Verfahren ist eines der wenigen 3D-Verfahren, welches nicht auf der Stereoskopie basiert. Stattdessen stützt man sich auf eine optische Täuschung, welche im Jahr 1922 vom Physiker Carl Pulfrich entdeckt wurde. Der Wissenschaftler fand heraus, dass es länger dauert, bis das Gehirn dunkle Reize verarbeitet hat, als helle. Wenn nun das Sichtfeld des einen Auges verdunkelt wird, dann sind automatisch alle aufgenommenen Bilder dunkler. Dadurch werden diese langsamer verarbeitet, als die des nicht abgedunkelten Auges. Für das Gehirn stammen beide Bilder aus unterschiedlichen Perspektiven, wodurch ein stereoskopischer Effekt erzeugt wird, der nicht auf der Stereoskopie basiert. Denn für diese würden tatsächlich zwei verschiedene Perspektiven benötigt werden. Diese Tatsache wurde in den 1990er Jahren auch in Film und Fernsehen verwendet. Doch so schlicht dieses Verfahren auch ist, ist auch das mögliche Einsatzgebiet.

Voraussetzungen und Anwendung

Die Einfachheit der Technik ermöglicht jeder Person, die über eine Videokamera verfügt, einen solchen Effekt zu erzeugen. Doch damit ein dreidimensionaler Eindruck entsteht, muss sich die Kamera seitlich bewegen. Je nachdem, in welche Richtung sie sich bewegt, muss das entsprechende Auge abgedunkelt werden. In den meisten Umsetzungen erfolgte die Bewegung nach links. Daher ist auch bei den meisten Pulfrichbrillen die rechte Augenseite abgedunkelt.

Das Prinzip dahinter ist, dass jedes Bild zuerst vom linken Auge aufgenommen und verarbeitet wird. Die rechte Seite nimmt das Bild erst etwas später wahr und wird wegen der Verdunklung kurz danach verarbeitet. Das Ergebnis ist der dreidimensionale Effekt. Die Kamera kann sich auch um das Objekt drehen, sie sollte hierbei ständig zum Mittelpunkt ausgerichtet sein, damit der gewünschte Effekt eintritt. Erstmals fand das Nuoptix-Verfahren in der “Knoff Hoff Show” in der ARD Anwendung. Kurz darauf wurde es auch bei der Sendung “Tutti Frutti” genutzt. Danach setzte auch ProSieben diese Technik kurzzeitig ein.

Der Vorteil der Technik ist schlichtweg die einfache Erzeugung, da keinerlei spezielle Geräte benötigt werden. Des Weiteren sind auch die Brillen günstig herzustellen. Wer nicht über eine solche verfügt, kann das rechte Auge auch mit einer Sonnenbrille oder Graufilter abdecken. Auch die Betrachtung gänzlich ohne Brille ist möglich, nur dass dann der 3D-Effekt ausbleibt. Nachteil ist schlichtweg, dass zur Erzeugung des Effekts eine ständige Bewegung der Kamera erforderlich ist. Auch in vielen Sendungen in denen das Verfahren angewendet wurde, war keine ständige Bewegung vorhanden, weshalb nicht jede Szene dreidimensional erschien. Des Weiteren belastet diese optische Täuschung das Gehirn auf Dauer enorm. Dadurch sind Kopfschmerzen bei Betrachtung unvermeidbar.